Investition in neue Rösttechnologie führt zu erheblicher CO2-Einsparung
Strombetriebene, intelligente Anlage ersetzt gasbetriebene Trommelröstung
3,5 t/a
Einsparung CO2-Äquivalente
Zusammenfassung des Projekts
Der Einsatz einer elektrischen Röstmaschine bei Loppokaffee Café und Rösterei steigert die Effizienz, sorgt für einen geringeren Energieeinsatz und darüber hinaus für eine hohe Treibhausgaseinsparung durch den Einsatz von erneuerbarem Strom. Dieser soll perspektivisch sogar vor Ort über eine Photovoltaikanlage lokal erzeugt werden.
Ausgangssituation
Ziel des Kieler Unternehmens war es seit seinen Anfängen, so nachhaltig und sozial verträglich wie möglich zu agieren. Die Kaffeeproduktion ist eine der energieintensivsten Vorgänge im Betrieb und schlägt – neben dem Transport der Kaffeebohnen aus ihren Ursprungsländern an die Kieler Förde – mit den meisten Treibhausgasemissionen zu Buche. Die Dekarbonisierung des Röstverfahrens war der nächste logische Schritt des Unternehmens auf dem Weg zu mehr Klimafreundlichkeit.
Herausforderungen
Das Verfahren der Röstung der Kaffeebohnen mittels einer gasbetriebenen Trommelröstmaschine ist weltweit bewährt und bekannt. Die Investition in eine neue Rösttechnologie ist ein unternehmerisches Risiko. Zusätzlich birgt der Umstieg auf ein elektrisches Röstverfahren das Risiko, dass Aroma und Geschmack des Kaffees sich von Bohnen der herkömmlichen Röstung unterscheiden. Am neu eröffneten Standort von Loppokaffee im Kulturspeicher Schleswig-Holstein musste zudem eine ausreichende Stromversorgung für den Betrieb der Anlage sichergestellt werden.
Lösungsansatz
Die Stadtwerke Kiel ermöglichten einen hochleistungsfähigen Stromanschluss für den Betrieb der Kaffeeröstmaschine und sagten die Lieferung des benötigten Ökostroms zu, solange die Eigenerzeugung noch nicht realisiert werden kann. Inhaber und Gründer von Loppokaffee Axel Datschun informierte sich europaweit über die neue Rösttechnologie und entschied sich für den Einsatz der derzeit energieeffizientesten Rösttechnik.
Förderung
Aus EFRE- und Landesmitteln erhielt Loppokaffee eine Förderung von 137.500 Euro. Dies entspricht 50 Prozent der Gesamtkosten des Projekts.
Umsetzung
An der Umsetzung waren der Anlagenbauer (IRM), das Beratungsbüro für Energieeffizienz und Klimaschutz (Jörg Wortmann) sowie das Planungsbüro für Systemintegration und Automatisierung und eine Forschungseinrichtung für Qualitätssicherung und Prozessentwicklung beteiligt.
Ergebnis
Loppokaffee Café und Rösterei spart eine erhebliche Menge Treibhausgasemissionen ein und kommt damit dem unternehmensinternen Ziel einer klimafreundlichen Kaffeeröstung einen großen Schritt näher. Die neue Anlage röstet Kaffeebohnen zudem in einer größeren Charge, sodass auch Zeit und personelle Ressourcen eingespart werden. Durch die intelligente Steuerung der Anlage kann zudem einfacher als vorher eine ausgewogene Balance des Geschmacks sichergestellt werden. In sieben bis acht Jahren hat sich die Investition in die Kaffeeröstmaschine (ohne Förderung) amortisiert. Ein Imagegewinn als innovatives Vorbild-Unternehmen im Bereich Klimaschutz ist Loppokaffee bereits jetzt sicher.
Das Unternehmen
Loppokaffee ist eine Kieler Kaffeerösterei, deren Anfänge bereits im Jahr 2010 liegen. Mit erst 21 Jahren machte sich Axel Datschun selbständig mit einem eigenhändig umgebauten Kaffeefahrrad, mit welchem er zunächst auf den Kieler Wochenmärkten selbst gerösteten Kaffee anbot. Startkapital waren dabei lediglich 1000 Euro. Damit waren Axel und seine Partnerin Kira Datschun die Ersten, die modernen Specialty Coffee nach Kiel brachten. 2014 kam dann die Rösterei mit Café im Grasweg hinzu, 2019 das Café im Jungfernstieg und 2024 ein Verkaufscontainer an der Kiellinie. Von Anfang an stand Nachhaltigkeit im Fokus, zusammen mit Kaffee von höchster Qualität und bester Zubereitung. In den Cafés und auf den Wochenmärkten wird außerdem Gebäck angeboten.
Sie haben noch Fragen?
