Energieaudit zeigt Autarkiegrad und Handlungsfelder
Storm Bau GmbH fertigt Stahlbetonkomponenten für den Energiesystemausbau
Zusammenfassung des Projekts
Um sinnvolle Ansätze zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Steigerung der Energieunabhängigkeit des Familienunternehmens zu finden, ließ die Storm Bau GmbH mit der Unterstützung eines Beratungsunternehmens ein Energieaudit durchführen. Das beeindruckende Ergebnis: ein Autarkiegrad von 44 %.
Ausgangssituation
Ziel der Storm Bau GmbH ist es, das Unternehmen wettbewerbsfähig in die Zukunft zu führen. Dazu gehört auch ein sehr bewusster Umgang mit dem Energiethema, da an Energieeffizienz und Energieverbrauch wesentliche wirtschaftliche Faktoren gebunden sind. Die Durchführung eines Energieaudits soll dazu dienen, aktuelle Daten zu erfassen und relevante, konkrete Maßnahmen zur Umsetzung abzuleiten. Nachhaltigkeitskriterien werden auch kundenseitig vermehrt nachgefragt.
Herausforderungen
Der Werkstoff Beton, mit dem Storm Bau hauptsächlich arbeitet und der zwar aufgrund von Eigenschaften wie gute Verarbeitbarkeit, Robustheit und Tragfähigkeit aus der Bauindustrie nicht mehr wegzudenken ist, ist zwingend auf das Bindemittel Zement angewiesen. Der Zement wird unter höchstem Energieeinsatz hergestellt.
Lösungsansatz
Storm Bau bezieht den für die Produktion benötigten Zement von Holcim aus Lägerdorf: Zum einen, weil das Unternehmen regional „um die Ecke“ ist, zum anderen ist Holcim Innovationsvorreiter für CO2-Management im großindustriellen Maßstab und bietet als erstes Unternehmen in Europa für sein komplettes Zement-Portfolio produktspezifische Umwelt-Produktdeklarationen an.
Förderung
Storm Bau nahm für die Umsetzung des Energie-Audits die BAFA-Förderung für Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme - Modul 1: Energieaudit in Anspruch. Bei der Antragstellung unterstützte das Beratungsunternehmen Recase.
Umsetzung
Bei der Durchführung des Energie-Audits war das Energieberatungsbüro Recase behilflich, das zunächst alle erforderlichen Daten (Verbrauch von Strom, Gas, Wärme und weiteren Energieträgern) mittels moderner Messtechnik erfasste und anschließend auswertete, wo wann und in welchem Umfang die benötigte Energie eingesetzt wird und wo Einsparpotenziale bestehen. Die Eigenerzeugung und die Eigennutzung von Strom durch die werkseigenen Photovoltaik-Anlagen mit einer installierten Gesamtleistung von inzwischen 169,27 kWp wurde ebenso mit einbezogen wie der Batteriespeicher mit einer Kapazität von 34,4 kWh, den das Unternehmen vor einigen Jahren in Betrieb nahm.
Ergebnis
Derzeit erreicht die Storm Bau GmbH einen Autarkiegrad von 44 % und ist damit bereits zu einem großen Teil unabhängig vom Energiemarkt. Handlungsfelder, die sich aus dem Energieaudit ergeben und zukünftig bearbeitet werden, sind der effizientere Einsatz von Druckluft, Wärmerückgewinnung sowie das Thema Kraftstoffbedarf, der allein 46 % der energiebezogenen Emissionen verursacht.
Das Unternehmen
Das Hohner Familienunternehmen Storm Bau GmbH, das 1947 gegründet wurde, stellt Stahlbeton-Fertigteile her: Stützen, Balken, Binder, Fundamente, Treppen und Balkone für den Gewerbe- und den Wohnungsbau. Um den CO2-Fußabdruck des Unternehmens zu reduzieren und unabhängiger vom Energiemarkt zu werden, setzt das Unternehmen schon seit vielen Jahren auf die Eigenerzeugung von Strom mittels PV-Anlage.
Zugleich ist die SH Netz GmbH derzeit einer der größten Kunden von Storm Bau GmbH: Für den Ausbau der Energieinfrastruktur, in der erneuerbare Energien integriert sind, werden für die Errichtung und den Ausbau von Umspannwerken Betonschalen für Transformatoren benötigt. Der schrittweise Übergang zu einer klimafreundlichen Energieversorgung ist für das Familienunternehmen in 4. Generation somit wirtschaftlich wie auch für die strategische Ausrichtung des Unternehmens richtungsweisend.
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