Energieeffizienz für KMU
Energieeffizienzmaßnahmen bieten kleinen und mittelständischen Unternehmen vielfältige Chancen, Energiekosten langfristig zu senken und so ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Oft greifen einzelne Maßnahmen ineinander und verstärken sich gegenseitig – etwa wenn optimierte Prozesse, moderne Technik und ein angepasstes Nutzerverhalten zusammenwirken. Digitale Tools können dabei helfen, Einsparpotenziale sichtbar zu machen und gezielt zu erschließen. Ergänzend unterstützen attraktive Förderprogramme die Umsetzung und erleichtern den Einstieg in eine energieeffizientere Betriebsführung.
Potenziale der betrieblichen Energieeffizienz nutzen
- Einer der größten Hebel zur Einsparung von Energie und damit auch zur Verbesserung von Treibhausgasemissionen ist die Rückgewinnung von industrieller Abwärme. Damit verbunden sind energetische Chancen, die sich aus der Nutzung von erneuerbarer Prozesswärme ergeben.
- Auch in der Gebäudeeinrichtung und -ausstattung bestehen häufig große Chancen, die Energieeffizienz zu verbessern: Sei es in der Beleuchtung und Beheizung von Produktion und Bürogebäude, sei es über Bewegungsmelder und Sensoren.
- Daten erfassen mit Energie- und Umweltmanagementsystemen, die Aufschluss über Verbräuche und Zeiten geben: Wenn man weiß, wie viel Energie wann und wo verbraucht wird, kann man gezielt nachsteuern, um Energiekosten einzusparen. Dabei können auch Smart Meter helfen.
- Der Austausch von ineffizienter Technik und Maschinen in der Produktion ist oft mit hohen Investitionen verbunden. Hier gibt es attraktive Förderprogramme vom Land Schleswig-Holstein und vom Bund.
- Energie-„Lecks“ stopfen: Bei fast allen Unternehmen fällt in der Produktion Druckluft an, für die viel Energie aufgewendet wird, deren größter Teil direkt nach der Nutzung aber verloren geht.
Praxisbeispiele
... von kleinen und mittleren Unternehmen aus Schleswig-Holstein zeigen, welche ersten Schritte zur Verbesserung der betrieblichen Energieeffizienz geführt haben:
Die LOGO tape Gruppe modernisierte mit Unterstützung eines Energieberaters ihre älteste und größte Lagerhalle am Produktionsstandort in Harrislee gemäß den Standards eines KfW-Effizienzgebäudes 40. Dabei wurde eine effiziente Wärmedeckenstrahlheizung mit Warmwasser installiert. Diese Maßnahmen führten zu einer erheblichen Reduzierung der Treibhausgasemissionen und senkten die Energiekosten des Unternehmens signifikant.
Das Projekt umfasst die Umstellung von einer konventionellen 2-Farben-Metalldruckmaschine mit thermischer Trocknung auf eine moderne, energieeffiziente 4-Farben-Blechdruckmaschine mit UV-Trocknung. Diese Innovation reduziert Energieverbrauch und Umweltauswirkungen, da UV-Trocknung weniger energieintensiv ist.
Die neue Anlage zur Entalkoholisierung von Bier der Flensburger Brauerei verfügt gegenüber dem Vorgängermodell über einen deutlich höheren Wirkungsgrad: Zum einen muss durch das verbesserte thermische Prinzip weniger Wärmeenergie eingebracht werden, um das Bier zu entalkoholisieren. Zum anderen kann der ausgedampfte Alkohol nun aufkonzentriert und aufgefangen werden.
Förderprogramme
Für die Umsetzung von Maßnahmen zur Optimierung der Gebäudeautomation stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Bundesförderung für effiziente Gebäude - Sanierung Nichtwohngebäude - Heizungsoptimierung bereit, die unter anderem einen hydraulischen Abgleich, den Austausch von Heizungspumpen, Maßnahmen zur Dämmung sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik umfasst. Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude - Sanierung Nichtwohngebäude - Anlagentechnik (außer Heizung) kann man sich unter anderem den Einbau, Austausch oder Optimierung raumlufttechnischer Anlagen sowie energieeffizienter Innenbeleuchtungssysteme und Mess-, Steuer- und Regelungstechnik fördern lassen.
Der Bund unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei der energetischen Optimierung von Druckluft-Systemen mit dem Programm „Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft“. Dabei können Sie Mittel aus dem Modul 1 „Querschnittstechnologien“ beanspruchen. Der Bund trägt abhängig von der Betriebsgröße 20 oder 25 Prozent der förderfähigen Kosten. Alternativ haben Unternehmen aus Schleswig-Holstein die Möglichkeit, einen Zuschuss aus dem Landesprogramm „Förderung von Energieeinspar- und Energieeffizienztechnologien und Energieinnovationen – E3“ zu beantragen.
Mit den Preisobergrenzen für den Betrieb der Smart Meter sowie die Gratis-Installation beim Pflichteinbau sorgt der Bund dafür, dass Unternehmen durch die intelligenten Messsysteme finanziell kaum belastet werden. Investitionen in ergänzende Visualisierungs- und Steuerungslösungen unterstützt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit dem Programm „Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft“ (EEW) – konkret mit dessen Modul 3 „MSR, Sensorik und Energiemanagement-Software“. Bei Mittelständlern übernimmt der Staat bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten, bei kleinen Unternehmen bis zu 45 Prozent. Alternativ zur BAFA-Förderung im EEW-Programm können Betriebe bei der KfW-Bank einen zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss in Anspruch nehmen. Die Höhe des Tilgungszuschusses entspricht der BAFA-Förderung.
Schauen Sie gern in unserem Förderwegweiser vorbei.
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Detaillierte Fachinformationen zu Schwerpunktthemen rund um das Klimaneutrale Wirtschaften finden Sie hier.
Online-Tools und Beratungsangebote
- Die EMAS-Plattform bietet einen schrittweisen Einstieg in das Umweltmanagementsystem EMAS: mit Teamarbeit via Aufgabenmanagement, digitalen Tools zur GAP-Analyse, Umweltbewertung und Datenerfassung sowie Export einer Umwelterklärung.
- Die Industrie- und Handelskammern in Schleswig- Holstein und die Handwerkskammer Flensburg bietet kostenfreie Erstberatungen, auch vor Ort im Unternehmen, zum Thema Energieeffizienz, Energieeinsparpotenzialen, Berichterstattung und nachhaltige Mobilität.
- Die Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes ist ein bundesweites Verzeichnis nachweislich qualifizierter Fachkräfte für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen und Sanieren. Bundesweit sind mehr als 20.000 Expertinnen und Experten registriert.
- Mit dem Online-Tool ecocockpit können Unternehmen einfach und kostenfrei ihre eigene umfassende Energie- und Treibhausgasbilanz erstellen. Diese Bilanz umfasst sämtliche THG-Emissionen, die Prozesse und Produkte eines Unternehmens verursachen.
In unserer Übersicht finden Sie weitere Tools und Beratungsangebote. Sprechen Sie uns gern dazu an.
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