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Betriebliches Energiemanagement 

Über die Energieflüsse im Unternehmen detailliert Bescheid zu wissen, hat viele Vorteile: Wenn man weiß, wie viel Energie wann und wo verbraucht wird, kann man gezielt Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz ansetzen, die langfristig Energiekosten und Treibhausgasemissionen reduzieren. Deshalb lohnt sich die Implementierung eines Energie- oder Umweltmanagementsystems (EMS und UMS) oft auch für Betriebe, die dazu nicht gesetzlich verpflichtet sind. Die zertifizierten Systeme lösen einen kontinuierlichen, strukturieren Verbesserungsprozess aus, der die Wettbewerbsfähigkeit steigert und Zukunftssicherheit schafft.   

Effizienz gewinnen mit Energie- oder Umweltmanagementsystemen

  • Gründe für ein EMS oder UMS: Die Systeme zeigen systematisch, wo Ansatzpunkte für eine Verbesserung der Energieeffizienz liegen. Unternehmen senken so ihre Energiekosten, verbessern die Wettbewerbsfähigkeit und mindern ihre CO2-Emissionen.
  • Das im Herbst 2023 verabschiedete Energieeffizienzgesetz (EnEfG) verlangt von Betrieben, die in den letzten drei Kalenderjahren im Durchschnitt jährlich mehr als 7,5 Gigawattstunden Energie verbraucht haben, die Einrichtung eines zertifizierten EMS oder UMS – unabhängig von ihrer Mitarbeiterzahl oder ihrem Umsatz.
  • Unterschied EMS und UMS: Das EMS zielt darauf ab, systematisch die Energieeffizienz zu steigern und die Energiekosten zu senken; das UMS darauf, die negativen Auswirkungen des gesamten betrieblichen Handelns auf die Umwelt zu verringern.
  • EMS werden in der Regel nach ISO 50001 zertifiziert. Für kleine und mittlere Unternehmen mit vergleichsweise geringem Energieverbrauch gibt es aber eine Alternative: Die Norm ISO 50005 definiert eine Art „Energiemanagement light“. Bei UMS erfolgt die Zertifizierung meist nach dem EMAS-Standard oder nach ISO 14001.
  • Für die externe Unterstützung durch spezialisierte Beraterinnen und Berater stellt der Bund Fördermittel zur Verfügung (siehe unten).   

Praxisbeispiele

... von kleinen und mittleren Unternehmen aus Schleswig-Holstein zeigen, wie das Energieaudit / die Einführung des Energiemanagementsystems abgelaufen ist: 

Luftaufnahme eines Logistikzentrums mit Lkw, Solardächern und angrenzenden Feldern
Peter Bade: Energiemanagement-Plattform reduziert Energiekosten

Die Peter Bade GmbH ist ein Unternehmen aus dem Bereich Lebensmitteltransporte und Kühllogistik mit 6.500 Quadratmeter großer Kühl- und Lagerhalle in Neumünster, in der Produkte auf verschiedenen Temperaturniveaus bis -24 Grad Celsius gelagert werden können. Die dafür benötigte Energie liefert unter anderem eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Halle. Mit Einführung einer Energiemanagement-Plattform durch die Firma encentive konnten die Nutzung von Energie sowie die hauseigene und externe Stromerzeugung optimal aufeinander abgestimmt und so die Energiekosten signifikant gesenkt werden. 

Storm Bau: Energieaudit zeigt Autarkiegrad und Handlungsfelder

Um sinnvolle Ansätze zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Steigerung der Energieunabhängigkeit des Familienunternehmens zu finden, ließ die Storm Bau GmbH mit der Unterstützung eines Beratungsunternehmens ein Energieaudit durchführen. Das beeindruckende Ergebnis: ein Autarkiegrad von 44 %.

Förderprogramme 

KMU haben in Schleswig-Holstein die Chance, sich die Einrichtung eines Energiemanagementsystems fördern zu lassen. Unabhängig davon, ob ein Unternehmen dazu gesetzlich verpflichtet ist oder nicht. Für KMU sind vor allem diese Angebote attraktiv:

  • Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW): Mit dem Modul 3 dieses Programms fördert der Bund Investitionen in Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Sensorik für das Monitoring sowie Energiemanagement-Software. Auch für die Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch Dritte im Umgang mit der Software gibt es Geld. Bei Mittelständlern übernimmt der Staat bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten, bei kleinen Unternehmen bis zu 45 Prozent.
  • Bundesförderung für Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme, Modul 1: Das Programm richtet sich an Unternehmen, die externe Expertinnen und Experten beauftragen wollen, ein Energieaudit durchzuführen. Die Fachleute ermitteln das Energieverbrauchsprofil eines Gebäudes, eines Betriebsablaufs oder einer Anlage und stellen Möglichkeiten zur Energieeinsparung dar. Der Bund trägt 50 Prozent des förderfähigen Beratungshonorars. Der Höchstbetrag liegt bei 3.000 Euro, wenn die jährlichen Energiekosten 10.000 Euro übersteigen. Liegen die Kosten darunter, ist die Förderung auf 600 Euro gedeckelt.

Diese Programme können auch bei der Implementierung eines Umweltmanagementsystems in Anspruch genommen werden. 

Schauen Sie gern in unserem Förderwegweiser vorbei. 

Zum White Paper

Fachartikel "Systematisch nachhaltig"

Detaillierte Fachinformationen zu Schwerpunktthemen rund um das Klimaneutrale Wirtschaften finden Sie hier.

 

Micha Heinrichs und Timo Saager stehen nebeneinander an einem Treppengeländer in einem modernen Gebäude

Online-Tools und Beratungsangebote 

  • Die EMAS-Plattform bietet einen schrittweisen Einstieg in das Umweltmanagementsystem EMAS: mit Teamarbeit via Aufgabenmanagement, digitalen Tools zur GAP-Analyse, Umweltbewertung und Datenerfassung sowie Export einer Umwelterklärung.
  • Die Industrie- und Handelskammern in Schleswig- Holstein und die Handwerkskammer Flensburg bietet kostenfreie Erstberatungen, auch vor Ort im Unternehmen, zum Thema Energieeffizienz, Energieeinsparpotenzialen, Berichterstattung und nachhaltige Mobilität. 
  • Die Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes ist ein bundesweites Verzeichnis nachweislich qualifizierter Fachkräfte für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen und Sanieren. Bundesweit sind mehr als 20.000 Expertinnen und Experten registriert.
  • Mit dem Online-Tool ecocockpit können Unternehmen einfach und kostenfrei ihre eigene umfassende Energie- und Treibhausgasbilanz erstellen. Diese Bilanz umfasst sämtliche THG-Emissionen, die Prozesse und Produkte eines Unternehmens verursachen.

In unserer Übersicht finden Sie weitere Tools und Beratungsangebote. Sprechen Sie uns gern dazu an. 

Ihre Ansprechpersonen

Karolina Herbus
Projektmanagerin Klimaneutrales Wirtschaften SH
Telefon: +49 431 66 66 6 - 542
Portraitfoto Timo Saager aus dem Transfer Hub Klimaneutrales Wirtschaften
Timo Saager
Projektmanager Klimaneutrales Wirtschaften SH
Beratungsschwerpunkte: Elektrische Energietechnik
Telefon: +49 431 66 66 6 - 561
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